Veröffentlicht 8 Stunden zurück in Road to Your First FTMO Reward

Vom langweiligen Spreadsheet zu Ihrer ultimativen Waffe

Vom langweiligen Spreadsheet zu Ihrer ultimativen Waffe

Wenn Sie in einem toxischen Kreislauf aus Gewinnen und anschließenden Verlusten feststecken, liegt das Problem nicht an Ihrer Strategie – es ist das Fehlen einer Feedbackschleife. Hören Sie auf, Ihr Trading-Journal wie eine lästige Hausaufgabe zu behandeln. Hier erfahren Sie, wie Sie ein gestaffeltes, dreistufiges Journalsystem aufbauen, das eine einfache Tabellenkalkulation in Ihre ultimative Trading-Waffe verwandelt.

Level 1: Der Datensammler (Überlebensphase)

Wenn Sie anfangen, muss Ihr Journal harte Fakten und Daten erfassen. Dies ist die absolute Mindestanforderung, um herauszufinden, ob Ihre Strategie überhaupt einen mathematischen Vorteil (Edge) hat.

Was Sie auf Level 1 dokumentieren müssen:

  • Vermögenswert (Asset) und Uhrzeit: Welches Instrument haben Sie gehandelt und zu welcher exakten Uhrzeit sind Sie eingestiegen?
  • Richtung und Positionsgröße: Waren Sie Long oder Short? Welchen genauen Prozentsatz oder welche Lot-Größe haben Sie riskiert?
  • Grund für den Einstieg: Warum sind Sie eingestiegen? Halten Sie es rein mechanisch (z. B. VWAP-Abpraller, Asia-Session-Liquiditäts-Sweep).
  • Das Ergebnis: Wurde Ihr Stop-Loss oder Ihr Take-Profit getroffen, oder haben Sie manuell geschlossen? Wie hoch war das finale Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)?

Der fatale Anfängerfehler: Trades am Ende der Woche aus dem Gedächtnis zu protokollieren. Das Gedächtnis eines Traders ist extrem voreingenommen, besonders nach einer Verlustserie. Sie müssen den Trade unmittelbar nach Ihrer Trading-Session eintragen.

Level 2: Der psychologische Spiegel (Kontextphase)

Sobald Sie bewiesen haben, dass Ihre Strategie funktioniert, merken Sie schnell, dass der größte Feind an den Märkten Sie selbst sind. Auf Level 2 hört das Journal auf, nur aus Zahlen zu bestehen, und wird zu einem psychologischen Spiegel.

Was Sie auf Level 2 hinzufügen müssen:

  • Vorher-Nachher-Screenshots: Das ist ein absoluter Gamechanger. Machen Sie in dem Moment, in dem Sie den Trade eingehen, einen Screenshot, der genau zeigt, wie Sie den Markt gesehen haben. Machen Sie einen zweiten Screenshot beim Ausstieg. Das spätere Analysieren dieser Paare zeigt Ihnen sofort, ob Sie einen Plan traden oder nur Kerzen hinterherjagen.
  • Das Setup bewerten:
    • A-Plus-Setup: Der Markt hat Ihre Regeln zu 100 % erfüllt. Ein wunderschöner Trade, selbst wenn er im Verlust endet.
    • B-Setup: Erfüllt 80 % Ihrer Regeln. Ein etwas aggressiver oder verfrühter Einstieg.
    • C-Setup: Pures FOMO (Fear Of Missing Out). Sie sind nur eingestiegen, weil sich der Markt schnell bewegt hat.
  • Emotionaler Zustand: Bewerten Sie Ihre Gefühle vor dem Einstieg auf einer Skala von 1 bis 5. Waren Sie ruhig, erschöpft oder verspürten Sie den Drang zu einem Rache-Trade nach einem vorherigen Verlust?

Die Erkenntnis aus Level 2: Sie werden schnell feststellen, dass 80 % Ihrer Verluste und Verstöße gegen die FTMO-Handelsziele direkt auf „C“-Setups zurückzuführen sind, die Sie aus Frustration eingegangen sind.

Level 3: Der Optimierer (Profiphase)

Profitable Trader suchen nicht unentwegt nach neuen Strategien. Sie nehmen die Daten, die ihr Journal liefert, eliminieren die Ineffizienzen und maximieren das, was tatsächlich funktioniert.

Die Analysen eines Profis:

  • MFE (Maximum Favourable Excursion): Wie weit ist der Markt in Ihre Richtung gelaufen, bevor er gedreht hat? Wenn Sie ein festes Kursziel von 2:1 nutzen, Ihre MFE-Daten aber zeigen, dass der Markt regelmäßig 4:1 erreicht, lassen Sie enorm viel Geld liegen. Diese einzige Kennzahl kann Ihnen dabei helfen, auf einen Trailing-Stop umzustellen und Ihre Gewinne zu verdoppeln.
  • MAE (Maximum Adverse Excursion): Wie tief ist der Trade in den Drawdown geraten, bevor er den Profit erreicht hat? Möglicherweise stellen Sie fest, dass Ihr Stop-Loss unnötig weit gefasst ist. Ein engerer Stop-Loss basierend auf MAE-Daten verbessert Ihr Chance-Risiko-Verhältnis sofort.
  • Filterung nach Zeit und Wochentag: Ihr Journal zeigt Ihnen vielleicht, dass Mittwoche eine Win-Rate von 70 % bringen, Sie aber an Freitagnachmittagen statistisch gesehen Geld verbrennen. Die Lösung ist denkbar einfach: Sie klappen am Freitagnachmittag den Laptop zu und genießen Ihr Wochenende.

Fazit

Viele Trader zahlen Hunderte von Dollar für Kurse und Mentoren, in der Hoffnung, dass jemand sie auf ihre Fehler hinweist. Die brutale Wahrheit ist, dass der beste Mentor der Welt bereits in Ihren eigenen Daten steckt.

Fangen Sie an, Screenshots zu machen und Ihre Setups zu bewerten. Liefern Sie den Kontext, den reine Zahlen nicht zeigen können, und Ihr Weg zur Profitabilität könnte sich deutlich verkürzen.


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