Welche Rolle spielen Liquiditätsanbieter im Forex?

Wir haben kürzlich einen Artikel darüber geschrieben, wie sich die Liquidität im Markt auf die Volatilität auswirkt. Heute schauen wir uns an, woher die Liquidität im Markt tatsächlich kommt bzw. wie ist es möglich, dass Einzelhändler dank der Hebelwirkung auch mit kleinem Kapital relativ große Positionen eröffnen können.

Forex Trader denken oft überhaupt nicht nach, wo die Mittel herkommen mit denen sie handeln können. Trotz der Tatsache, dass sie selbst sehr gut wissen, dass ihr eigenes Geld den Mindestbetrag darstellt, den sie am Ende für das Forex Trading verwenden. Woher kommt also der Rest des Geldes, mit dem Einzelhändler (aber nicht nur diese) handeln?

Ohne Liquidität geht es nicht

Ausreichende Liquidität ist an allen Finanzmärkten wichtig. Es ist auch ein relativ entscheidender Faktor im Forex als dem liquidesten Markt. Ohne Liquidität wären wir nicht in der Lage, nahezu in Echtzeit zu handeln, insbesondere in weniger liquiden Märkten.

Der Liquiditätsmangel am Forex Markt war Anfang 2015 am stärksten ausgeprägt, als die Schweizer Notenbank überraschend aufhörte, den Schweizer Franken an den Euro zu binden. Die Überraschung dieses Schrittes und die Ungewissheit der weiteren Entwicklung führten dazu, dass Liquiditätsunternehmen ihr Geld buchstäblich aus dem Markt zogen und es für einige Minuten gar nicht möglich war, neue Positionen zu eröffnen oder offene zu schließen. Dies hat zu Verlusten auf Kundenkonten, aber auch zu Insolvenzen einiger Brokerfirmen geführt.

Wenn ein Unternehmen die Dienste von qualitativ hochwertigen Liquiditätsanbietern (LPs) in Anspruch nimmt, die ihm Zugang zum Liquiditätspool verschaffen, können Händler ihre Order mit viel geringeren Gaps und Slippages ausführen, selbst bei weniger liquiden Instrumenten. Bei den liquidesten Instrumenten können sie dann mit den minimalen Spreads handeln, die ihre Kunden ebenfalls erhalten.

Liquiditätsanbieter vs. Broker

Liquiditätsgeber sind Institutionen, die durch ihre Kauf- und Verkaufsorder Liquidität schaffen, die es dann anderen Marktteilnehmern ermöglichen, Positionen zu eröffnen und zu schließen. Zu den besten Liquiditätsanbietern oder LPs Tier 1 zählen große globale Banken wie die Deutsche Bank, JPMorgan, Citibank oder große Non-Bank Unternehmen, Hedgefonds usw. Diese Unternehmen bilden die Grundlage des Forexmarktes und verdienen ihr Geld an der Bewegung von Vermögenswerten sowie an der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, auf dem sogenanten Spread. Andere Teilnehmer profitieren von der Liquidität, die diese Unternehmen am Markt unterhalten.

Tier 2 Liquiditätsanbieter sind dann Vermittler zwischen der Tier 1 Gruppe und Endkunden und fungieren als Broker. Sie verdienen Geld mit Gebühren oder Spreads, paaren große Mengen an Kauf- und Verkaufsaufträgen oder eröffnen eventuell Positionen gegen ihre Kunden.

STP, ECN, Market maker

Die erste Gruppe von Brokern agiert als direkter Vermittler mit der LP-Gruppe, die ihnen ausreichend Liquidität und die Möglichkeit bietet, sehr interessante Spreads anzubieten. Kundenorder werden durch die Liquidität von LPs gedeckt und diese Broker müssen keine Positionen gegenüber ihren Kunden eröffnen. STP-Broker verdienen Geld, indem sie Margin auf den Spread anwenden, während ECN-Broker eine Gebühr für jede Order erheben, aber niedrigere Spreads haben.

Brokerfirmen, die nicht die Dienstleiustungen großer Liquiditätsanbieter in Anspruch nehmen, agieren mit ihren Kunden in der Rolle von Liquiditätsanbieter bzw. Market Maker. Diese Unternehmen können Positionen gegenüber ihren Kunden eröffnen und hauptsächlich am Spread verdienen, aber ihre Kunden können in weniger liquiden Märkten relativ erhebliche Slippages erleben.

Aufgrund der zunehmenden Regulierung der Märkte nach der Finanzkrise ist es heute nicht einfach, qualitativ hochwertige Liquiditätsanbieter zu finden. Strengere Kapitalanforderungen und Restriktionen im Eigenhandel und die damit verbundene Vorsicht bei Risikobereitschaft führen dazu, dass viele Banken heute lieber die Dienstleistungen anderer Banken in Anspruch nehmen, anstatt als Market Maker zu fungieren, daher wird die Liquidität recycelt und die Anzahl hochwertiger Tier 1 LPs sinkt.

Bei der Auswahl eines qualitativ hochwertigen Liquiditätsanbieters müssen Broker oder Prop-Trading-Firmen die Kapitalstabilität, Transparenz, Glaubwürdigkeit, den technologischen Hintergrund des Unternehmens, den Markt, auf dem sie tätig sind, oder die regulatorischen Vorschriften, denen es unterliegt, beachten. Nicht regulierte Unternehmen, die eine Vorgeschichte von Marktmanipulationen haben, sind sicherlich keine geeigneten Kandidaten, um als LPs zu fungieren.

FTMO und Liquidität

FTMO ist bestrebt, seinen Händlern die bestmöglichsten auf dem Markt verfügbaren Konditionen zu bieten und nutzt die Dienstleistungen mehrerer hochwertiger Liquiditätsanbieter, sowohl für Forex als auch für CFDs auf Rohstoffe, Indizes oder Aktienindizes und Kryptowährungen. Dadurch können wir unseren Kunden sehr wettbewerbsfähige Spreads sowie interessante Gebühren anbieten.