Multi Time Frame Analyse – ein geeigneter Ansatz für jeden Trader

Viele Forex-Trader, die die technische Analyse verwenden, konzentrieren sich beim Einstieg in den Markt auf einen einzigen Zeitrahmen, der ihrem Stil zusagt. Gleichzeitig erkennen sie nicht, dass sie durch diesen Ansatz wichtige Support- und Resistenzbereiche oder langfristige Trends aus den Augen verlieren. Die Verfolgung mehrerer Zeitrahmen ist eine einfache Möglichkeit, einen besseren Überblick über das Marktgeschehen zu erhalten.

Bei Forex kann jeder die Strategie und den Ansatz wählen, der zu ihm passt. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Trader auf Scalping, Intraday-Trading, Swing-Trading oder einen längerfristigen Positionierungsansatz konzentriert. Entsprechend seiner Vorgehensweise wählt der Trader den Zeitrahmen, in dem er die Preisentwicklung beobachtet und sich für den Markteintritt entscheidet.

Für einen Intraday-Trader ist es am besten, kurzfristige Zeitrahmen zu überwachen und er wird sicherlich keine 4-Stunden-Charts verwenden, um in den Markt einzusteigen. Im Gegenteil, der langfristige Positionstrader verfolgt eher langfristige Trends auf Tages- oder Wochencharts und kurzfristige Zeitrahmen sind für ihn nicht so wichtig.

Ein für jeden geeigneter Ansatz

Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Intraday-Trader keinen Blick auf einen Vier-Stunden-Chart werfen kann, ebenso wie ein Positionstrader einen 15-Minuten-Chart mal verwenden kann. Bei jeder Strategie kann die Verfolgung mehrerer Zeitrahmen von Vorteil sein, da der Trader eine andere Perspektive und Sicht auf die Märkte erhält. Ein langfristiger Trader auf kurzfristigen Charts kann seine Einstiege mit größerer Genauigkeit abstimmen, während ein Intraday-Trader, der längerfristige Trends verfolgt, einige unnötige Eingaben vermeiden kann, die zu Verlusten führen könnten.

Da Forex der liquideste Markt der Welt ist, sind selbst die Charts in den kleinsten Zeitrahmen sinnvoll. Darüber hinaus funktioniert Forex 24 Stunden am Tag und während verschiedener Handelssitzungen können Trader unterschiedliche Strategien und unterschiedliche Zeitrahmen verwenden, je nachdem, ob die Märkte dazu neigen, Trends zu setzen (europäische und amerikanische Sitzungen) oder sich innerhalb einer bestimmten Spanne seitwärts bewegen (asiatische Sitzungen).

Zu viel ist zu viel

An dieser Stelle sollte man anmerken, dass ein zu häufiges Wechseln und die Kombination einer zu großen Anzahl von Zeitrahmen bei der Entscheidungsfindung eines Traders zu Verwirrung führen können. Der Trader kann in verschiedenen Zeitrahmen widersprüchliche Signale empfangen. Es ist auch nicht möglich, genau zu bestimmen, welcher Zeitrahmen für welchen Trader am besten geeignet ist.

Es wird generell empfohlen, drei Zeitrahmen zu befolgen und die 4:1 oder 6:1 Regel zu verwenden. Dies bedeutet, dass der mittlere Zeitrahmen viermal (oder sechsmal) der kürzeste und gleichzeitig ein Viertel (sechstel) des größten sein sollte.

Wenn der Hauptzeitrahmen für einen Trader eine Stunde ist, kann er einen Vier- oder Sechs-Stunden-Chart verwenden, um einen breiteren Überblick über die Märkte zu erhalten. Er wird dann einen 15-Minuten- oder 10-Minuten-Chart verwenden, um genauer in den Markt einzusteigen.

Der mittelfristige Rahmen gibt dem Trader ein Bild der kurz- und mittelfristigen Marktbewegungen und sollte der am meisten beobachtete Zeitrahmen sein, in dem der Trader SL- und TP-Ebenen setzt. Der längste Zeitrahmen bestimmt den Trend und die Richtung des Marktes und die wichtigsten Support- und Resistenzebenen sind darin ersichtlich. Der Trader kann auch gegen diesen Haupttrend Positionen eröffnen, muss jedoch berücksichtigen, dass ihr Potenzial begrenzt sein kann. Der kürzeste Zeitrahmen eignet sich dann für das ideale Timing von Markteinstiegen. Aufgrund der Tatsache, dass hier das meiste „Rauschen“ vorkommt, ist es nicht am besten geeignet, um über die Handelsrichtung zu entscheiden.

Wir können dies am Beispiel des Währungspaars GBPUSD zeigen. Auf dem 4-Stunden-Chart sehen wir einen relativ deutlichen Abwärtstrend, der seit Ende Oktober anhält. Der Preis überstieg das Supportlevel von Ende September vor einer Woche, über das er diese Woche zurückkehrte, aber nachdem er von der Trendlinie abpralte, kehrte der Preis wieder zurück.

Auf dem Stunden-Chart mag dies wie der Beginn eines aufsteigenden Trends erscheinen, aber ein Blick auf den Chart mit dem längeren Zeitrahmen zeigte deutlich, dass eine Long-Position möglicherweise keine gute Idee wäre. Zudem erzeugte der Preis ein niedrigeres Hoch, was eine Trendumkehr bedeuten könnte.

Der 15-Minuten-Chart zeigt recht deutlich, dass der Preis kein neues Hoch geschaffen hat. Fällt der Kurs unter das Tief vom Vortag (das ist auch gleichzeitig die runde Zahl 1,3400), könnte dies ein interessantes Verkaufssignal sein.

Wenn der Trader nur den Stunden-Chart betrachten würde, könnte er den Eindruck gewinnen, dass sich der Markt in einem Aufwärtstrend befindet und auf das Wachstum des Pfunds gegenüber dem Dollar spekulieren. Ein Blick auf den längeren Zeitrahmen zeigte schließlich einen relativ starken Abwärtstrend und das Durchbrechen des Supportlevels, auf einem kürzeren Zeitrahmen kann der Trader anschliessend den Einstieg verfeinern.

Das Beobachten mehrerer Zeitrahmen sollte von allen Trandern verwendet werden, die einen Überblick über das Marktgeschehen haben wollen und gleichzeitig ihren Markteinstieg optimieren möchten. Die Multi Time Frame Analyse ist ein sehr gutes Werkzeug, das einerseits längerfristige Trends identifiziert und gleichzeitig genauere Einstiege in kürzeren Zeitrahmen ermöglicht.