Glück und Pech in Trading – Wie man mit Drawdown umgeht

Equity-Kurven bewegen sich nie in einer geraden Linie. Trading ist eine sehr unangenehme Fahrt. Trader müssen Drawdowns aushalten, welche Wochen bis Monate andauern bevor man Profite realisiert. Dann gibt es auch natürlich die guten Zeiten. Das sind die Zeiten, wo die Kontobilanz nur steigt und wir sehen neue High in unserer Equity.

Auf einem fundamentalen Niveau ist das Ergebnis jedes individuellen Trades Zufall und unvorsehbar. Vergleichen wir dies mit einem Münzenwurf. Die Münze alterniert nie zwischen Kopf und Zahl, wie gefolgt:

K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z-K-Z

Was man in realer Welt findet sind Segmente von hintereinandergefolgten Erreignissen:

[K-K-K]-[Z-Z]-[K-K]-Z-K-Z-[K-K]-[Z-Z]-K-Z-K-Z-[K-K-K-K-K]-[Z-Z]-K-[Z-Z-Z-Z]-K-Z

Das ist der Grund, warum auch in Trading unsere Bilanz nicht in einer geraden Linie ansteigt. Der Trader muss sich auf Zeiten von Glück und auf Zeiten von Pech vorbereiten.

Lass uns mit Zeiten von Pech anfangen. Auch wenn wir ein gewinnendes System haben, wird dieses System auch Drawdowns erleben. Drawdowns sind das, was uns nervös macht, uns unser System sich hinterfragen lassen, unser Selbstbewusstsein beeinflusst etc. Drawdowns sind das Ergebnis von Zufallserreignissen im Markt, welche temporär Verlustperioden verursachen. Verlustperioden können Wochen bis sogar Jahre dauern. Je länger und größer die Drawdowns, desto mehr hinterfragt man sich die eigene Strategie.

Drawdowns sind der Hauptmotor, welche Änderungen in der Strategie des Traders verursacht und ponteziell den Marktvorteil des Traders löscht. Schlechtes Selbstbewusstsein führt dazu, dass man auch eventuell gute Trading-Setups verpasst.

Auf der anderen Seite haben wir auch Zeiten von Glück.  Hier geht quasi alles nach Plan. Dennoch würden einige sagen, dass glückliche Zeiten noch schlimmere Auswirkungen auf die Psyche haben als schlechte Zeiten. Wenn alles nach Plan läuft, steigt eher das Ego als die Kontobilanz. Man denkt, man ist der beste Trader auf der Welt. Dies führt zu Problemen wie Achtlosigkeit und Überbewusstsein. Wenn man diese Phase erreicht, befindet man sich in einer sehr gefährlichen Zone.

Gewinnende Perioden steigern das Ego. Man fängt an suboptimale Setups zu nehmen. Man überlegt sich sogar größere Lots zu handeln. Der Trader neigt dazu grundlegende Risikoverwaltung zu ignorieren etc. Wenn dann die schlechten Zeiten kommen, wird dem Trader dann klar, wie wenig Kontrolle man eigentlich hat. Hoffentlich lebt das Konto noch, bevor es klar wird. 

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Bei FTMO haben wir eine gute Lösung dazu. Eine gute Methode, wie man mit Zufall arbeitet, ist alle möglichen Ereignisse zu simulieren. Wenn man weiß, dass generell eine Strategie regelmäßig Drawdowns von  20% erfährt, sollte man sich also keine Sorgen machen, wenn man momentan in einem Drawdown von 11% ist. Erst, wenn diese 20% Grenze überschritten wird, wird es dann kritisch und man sollte mit der Startegie aufhören, wenn man jetzt z.B. einen Drawdown von 30-35% erlebt.

Im folgenden Beispiel simulieren wir eine Equity mit Parametern eines gewinnenden Systems:

 

Schauen wir zuerstmal auf die Eingaben. Wir simulieren die Entwicklung einer Equity eines Kontos von 10.000 Einheiten. Die Parameter der Strategie sind: 50% Gewinnrate und ein RRR von 2:1. Nehmen wir auch an, dass wir 1% des Startkapitals pro Trade riskieren.

Die Nummer von Iteration ist 200. Dies bedeutet, dass wir pro Kurve 200 Trades simulieren. In diesem Experiment werden wir 5 Linien simulieren.

Wenn man sich alle Bilanzkurven anschaut merkt man, dass diese Kurven eine profitable Tendenz aufweisen. Da bei jeder kalkulation dass Ergebniss uaf Zufall basiert wird es auch deutlich, dass sich jede Linie nicht gleich verhält. Kurve 5 zeigt einen Profit von 13.600 Einheiten während Kurve 4 nur einen Profit von 6.400 Einheiten zeigt. Diese sogenannte „Varianz“ ist ein Aspekt im Trading, welchen jeder Trader akzeptieren muss. Diese Experiment beweist, dass vorherige Ergebnisse zukünftige Ergebnisse nicht projizieren müssen.

Unser Ziel ist es nicht zu kalkulieren, wie viel man in Zukunft verdienen wird, man will auf alle möglichen Ergebnisse schauen und bereit dafür sein. 

Schauen wir jetzt auf Drawdowns. Der maximale Drawdown aller Linien beträgt 8.7%. Man kann dies als eine sehr gute Zahl sehen aus der Sicht der Risikoverwaltung. Der durchschnittliche maximale Drawdown aller Linien beträgt 6.62%. Die Frage ist jetzt: Sollte man nervös sein, wenn wir jetzt zum Beispiel in einem Drawdown von 5% sind? Auf keinen Fall! Anhand unsere Simulation haben wir Drawdowns gesehen, welche 8.7% entsprechen. Somit sollte man sich erst dann sorgen machen, wenn mann erst einen Drawdown von z.B. 10% erlebt. Mit diesen Informationen im hinterkopf sollten diese Drawdowns unsere Pszche nur wenig beeinflussen, da wir schon solche Drawdowns erwarten. Es ist wichtig einen klaren Kopf zu behalten und sich auf die eigene Strategie zu konzentrieren.

Viele sagen folgendes: „Man sollte das Schlimmste erwarten und es dann verdoppeln“. Fall unser maximal erwarteter Dradown 10% beträügt, sollte man bereit sein mindesten 20% zu verlieren. 

Schauen wir auch auf hintereinanderfolgedne Verlierer.  In unserem Experiment sieht man, dass es bis zu 10 Verlierern hintereinander gekommen ist. Es ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass es passiert, aber während unserer Trading-Karriere sollte man immer das Schlimmste erwarten. Sollte man sich jetzt Sorgen machen, wenn man 7-mal hintereinander verloren hat. Nicht wirklich! Bleiben Sie diszipliniert, da Sie solches bereits erwarten.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Einführung für den Equity-Calculator gefallen hat. Falls Sie an dem Equity-Calculator interessiert sind, können Sie sich für eine kostenlose Testversion in Kasten unten registrieren. Der Equity-Calculator steht allen FTMO-Tradern kostenlos zur Verfügung.

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