Trading & Emotionen

Über Trading-Psychologie und insbesondere über Theorie der Trading-Psychologie wurde bereits viel geschrieben. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf einige Probleme, die entstehen können und auf konkreten Übungen demonstrieren wir uns wie diese Probleme zu bewältigen sind und wie man sie in der Praxis eliminiert.

Am wichtigsten ist es zu verstehen, dass die mit Trading verbundenen Emotionen irgendwo entstehen. Emotionen entstehen nicht aus der Luft, sie entstehen aus den Gedanken, die wir in unserem Kopf einlegen und in Folge von biologischen Reaktionen, die von diesen Gedanken gestartet werden. Wenn wir grübeln, dass unsere Trades nicht gut gehen, dann fangen wir an sich zu fürchten, wir haben also einen negativen Gedanken eingelegt und es ist eine negative Emotion entstanden – die Angst. Das ist aber nicht alles. Auch negative Gedanken entstehen irgendwo. In diesem Fall entstehen sie aufgrund von schlechten vorherigen Erfahrungen und niederigem Selbstbewusstseins. Wenn unser Selbstvertrauen ausreichend wäre, würden unsere Gedanken nicht zu früheren Zeiten abschweifen, wo wir einst versagt haben. Wir würden das nur als eine Lektion nehmen und die negative Emotion in einen produktiven Gedanken umwandeln, welche uns in Zukunft hilft sich zu verbessern. Genauso wenn wir uns demotiviert fühlen, könnte das aufgrund von ungenügender Inspiration sein oder aufgrund schlecht gesetzten Ziele.

Mangel an Disziplin könnte ein weiteres Problem sein. Wenn wir das mit einem fiktiven Hausbau vergleichen, dann wäre unsere Disziplin eine Kellertreppe wobei das Beherrschen der Emotionen das Fundament wäre, das wir zuerst vorbereiten müssen, damit wir eben für die Treppe eine Unterlage haben (es gibt bestimmt bessere Vergleiche, dies ist mein beliebter).

Für die, die es nicht verstehen – stellen Sie sich bitte Trading wie einen Hausbau vor. Im ersten Schritt müssen wir ein Grundstück aussuchen – das bedeutet in diesem Fall das Trading allgemein. Anschliessend wählen wir die Art des Baus, in unserem Vergleich – was wollen wir handeln und womit möchten wir uns befassen.
Dann kommt der eigentliche Entwurf vom Architekten, Baupläne und Auswahl der Baufirma, dies alles stellt in unserem Fall die Handelsstrategie dar, die wir anhand unserer Kentnisse wählen. Anschließend können wir das Fundament bauen, eines der wichtigsten aber oft ignorierten Elemente -  und zwar die Trading-Psychologie, wie wir uns beherrschen, wie wir unsere Emotionen meistern, wie wir unsere gewählte Strategie einhalten, wie diszipliniert sind wir. Erst dann, auf diesen festen Fundamenten, die auf der klar gewählten Strategie und auf der beherrschten Psychologie aufgebaut sind, können wir weitere Etagen bauen, die dann Profite repräsentieren. Diese Profite können sich dann mit jeder Etage unbegrenzt erhöhen.

Da habe ich für Sie die erste Übung: Schreiben sie auf, warum sie mit Trading agefangen haben und was ihnen dabei Spaß macht. Immer dann wenn Sie sich nicht sicher sind, dass Sie ihre Zeit der richtigen Aufgabe widmen, gehen sie zurück zu diesem Text und erinnern sie sich daran, warum sie angefangen haben.

Wenn wir uns jetzt das Beherrschen der Emotionen ansehen, möchte ich ihnen eine Methode eines amerikanischen Psychologen vorstellen. Die Methode nennt sich DOT (doing – outcome – thinking). Im wesentlichen geht es darum, dass Sie erst mithilfe aller Fakten, die zur Verfügung stehen und mithilfe von klar definierten Regeln handeln. Anschliessend entsteht etwas , in unserem Fall ein Profit- oder ein Verlust-Trade und erst dann kommt der Moment, wo wir Raum unseren Emotionen geben können. Hier möchte ich anmerken, dass sie ihre Trades als Profit oder Verlust betrachten sollten, aber nicht als Erfolg oder Misserfolg. Ein Verlust-Trade könnten Sie auch als Erfolg betrachten, wenn sie ihre Strategie eingehalten haben, wenn sie ihre Emotionen nicht beeinflusst haben und Sie dann diesen Trade als eine Lehre nehmen. Dann wird ein Verlust-Trade nur eine statistische Position, ein Aufwand, welcher im Trading und auch zu anderen Tätigkeit einfach gehört.

Immer bevor sie sich entscheiden, ob sie einen Trade eröffnen, bewerten sie alle Fakten, die sie zur Verfügung haben und erst dann entscheiden Sie sich.  Sagen sie sich – was würde auf meiner Stelle ein Computer machen, der keine Emotionen hat und sich nur aufgrund der voreingestellten Daten entscheidet. Eröffnen sie einen Trade und halten sie alle voreingestellten Limits ein. Erst dann geben sie Raum ihren Emotionen, bewerten sie rationell den Verlust, warum ist es passiert, war es möglich es zu vermeiden oder loben si sich für einen Profit-Trade. Lassen sie sich Zeit ihre Emotionen zu absorbieren, stellen Sie sich vielleicht eine Zeituhr auf ihrem Handy auf 2 Minuten und lassen Sie die Emotionen wirken. Nach Ablauf stellen sie sich bewusst vor, wie ihre Emotionen weggehen. Eröffnen sie keinen neuen Trade solange sie keinen klaren Kopf haben.

Übung: Probieren sie diese Methode jeden Tag. Schreiben Sie auf, wie und ob es ihnen gelingt oder nicht und bewerten sie alles nachträglich. Schreiben sie dazu einen Feedback als ob sie es jemandem anderen schreiben würden. Denken sie nach aus welchen Gründen es Ihnen nicht gelingt. 

In weiteren Artikeln werden wir uns mit Motivation befassen und auch mit dem, wie man sich Ziele richtig setzt, wie man sein Selbstvertrauen stärkt und Disziplin aufbaut.